Ein Blick in die Konzepte der Tierethik: Cora Diamonds Begriff des Mitgeschöpfs
Shownotes
Konstantin Deininger hat jüngst die Doktorurkunde für seine Promotion an der Universität Wien zu einem tierethischen Thema verliehen bekommen. Ich habe ihn in den Podcast eingeladen, weil ich erfahren wollte, was es genau mit dem Konzept des Mitgeschöpfs auf sich hat. Diesen Begriff bringt die US-amerikanische Philosophin Cora Diamond in die tierethische Debatte ein und sie macht damit nicht nur auf die Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier aufmerksam, sondern vor allem auf etwas, das sich unserer Betrachtung immer entziehen wird. Etwas, das sich nicht konzeptionalisieren lässt. Durch diese Andersartigkeit oder Wundersamkeit, die das Tier als Mitgeschöpf (Fellow creature) für uns immer bereit hält, können wir zum einen Kriterien des Menschseins besser verstehen und zum anderen das Bemächtigen gegenüber allem Nichtmenschlichen hinterfragen. Oder wie es Konstantin Deininger im Abstract seiner Dissertation beschreibt:
"Tiere als Mitgeschöpfe zu begreifen, impliziert, sie nicht nur in ihrer Ähnlichkeit, sondern auch in ihrer Differenz zum Menschen als moralisch relevant zu begreifen." in: Approaching Questions in (Animal) Ethics from Within: Drawing on Cora Diamond’s Moral Philosophy; 2024: S. 6
Die Gründe, die Konstantin Deininger dazu gebracht haben, im Bereich der Tierethik zu forschen, sind sowohl theoretischer als auch praktischer Natur. Zum einen begeistert ihn, wie wir das Menschsein aus dem Tierlichen begreifen können und zum anderen treibt ihn auch die Frage um, wie wir mit Tieren, zu denen wir stets in einem interdependenten Abhängigkeitsverhältnis stehen, umgehen sollten.
Viel Spaß bei der Folge!
Neuer Kommentar