Das Lenkrad des Lebens in die Hand nehmen - Ideen zur Lebensgestaltung von Mark Aurel

Shownotes

Werte entdecken im August: https://www.sandra-eleonore-johst.de/workshop

Autonomie, Autarkie, Apathie und Ataraxie - das sind zentrale Werte der Stoiker und zu eben dieser antiken Schule der Philosoph zählt Mark Aurel (121-180). Aus dessen Schrift Selbstbetrachtungen habe ich in dieser Folge ein paar Zitate mitgebracht, die dir dabei helfen, dich auf dich selbst zu konzentrieren und zu erkennen, was wir wirklich in der eigenen Hand haben und wie wir direkt auf unsere Lebensgestaltung einwirken können:

"Von den Gedanken nimmt die Seele ihre Farbe an."

Lass dich von Aurel inspirieren und komm in dein eigenes Nach- und Weiterdenken! Viel Freude beim Philosophieren! Den Originaltext (ich habe aus dem fünften und siebten Buch der Selbstbetrachtungen Aurels vorgelesen) findest du als Open Source hier: https://projekt-gutenberg.org/authors/marcus-aurelius-antonius/books/des-kaisers-marcus-aurelius-antonius-selbstbetrachtungen/chapter/6/

Lust auf rationalen & empathischen Austausch auf Augenhöhe? Lass uns auf Instagram weiterdenken! Du findest mich unter @Gedanken_lauschen

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Gedankenlauschen, dem Podcast der Philosophie Hörbermacht.

00:00:18: Mein Name ist Dr.

00:00:19: Sandra Eleonoriost.

00:00:21: ich bin promovierte Philosophen- und psychologische Beraterin und wenn du dich fürs Philosophieren interessierst und dafür was es für deine Lebensgestaltung für einen Nutzen bringt dann bist du hier genau richtig!

00:00:34: Heute nehme ich dich mit in die römische Antike.

00:00:38: Wir reisen zusammen ins zweite Jahrhundert nach Christus, um ein besonderes Denken kennenzulernen – nämlich das Denken von Marc Aurel.

00:00:48: Er zählt zu einer bestimmten Schule des antiken Denkens der Stoa und zwar zur jüngeren Stoa.

00:00:57: Die Stoika kennen wir dafür dass sie eine Philosophie betrieben haben die genau auf die Lebensführung abzielt.

00:01:07: Also das, was ich auch persönlich so spannend finde zu sagen ja... Was bringt denn das Philosophieren eigentlich für unsere eigene Lebensgestaltung?

00:01:16: Das ist auch bei den Stoikern ganz, ganz zentral und eben auch beim Marc Aurel.

00:01:22: Die Schrift aus der ich die Zitate heute mitgebracht habe heißt Selbstbetrachtungen Und diese Schrift zeigt schon genau auf diesen Zusammenhang.

00:01:34: Denn er hat sie geschrieben, als er im Feld lager war.

00:01:38: Marc-Aurel war nicht nur Philosoph – nein!

00:01:40: Er war auch römischer Kaiser und hat diese Schrift verfasst.

00:01:47: wozu?

00:01:47: Das ist schon eine gute Frage.

00:01:50: Sie ist eindeutig an ihn selbst gerichtet, das geht aus dem Text hervor.

00:01:55: Aber sie geht über einen klassischen Tagebuchcharakter bei Weitem hinaus.

00:02:01: Denn sie setzt sich mit seiner Philosophie zu der Zeit auseinander – es ist ein Zusammentragen stoischer Grundgedanken aber auch antiker Grundgedanke.

00:02:14: Wir finden auch Bezugnahmen auf Platon so dass wir uns fragen können Was wollte er eigentlich mit dieser Schrift erreichen?

00:02:22: Ich denke, eins ist offensichtlich.

00:02:25: Er hat sich selbst bestimmte Zusammenhänge klarmachen wollen!

00:02:30: Die Art und Weise wie er es gemacht hat, hat jedoch auch einladenden Charakter und eine Methode so dass wir sagen können, hat er durch dieses Praktizieren vielleicht doch eine Absicht gehabt diese Schrift zu veröffentlichen Beispiel als Exempel praktiziert, wie man sich selbst durch das Philosophieren Klarheit verschaffen kann.

00:02:57: So würde ich auf jeden Fall an diese Zitate gerne mit dir heute zusammen herantreten und fragen was hat denn das eigentlich für uns heute noch für eine Relevanz?

00:03:10: Was Marc Aurel da aufgeschrieben Die Stoika, ich habe vorher schon diese Schule insgesamt angesprochen.

00:03:18: Die waren davon überzeugt dass das Glück in einem vollkommenen Einklang mit dem eigenen selbst besteht.

00:03:26: auf der einen Seite aber dieser vollkommene Einklang mit sich selbst ist eben nur möglich wenn wir ihn in ein größeren Zusammenhang setzen und dieser größere Zusammenhang war für die Stoica die Natur oder eben auch eine Art göttliche Welt vernunft.

00:03:44: Wovon sich Historiker distanzieren, sind Dinge die man nicht selbst im Griff hat.

00:03:52: Dinge die einfach dem Schicksal obliegen, ob wir gerade dazugehören dass Fortuna ihr Glück nur so über uns ausschüttelt oder ob sie es uns gerade weg nimmt.

00:04:04: Wir kennen das auch noch von dem Begriff einer historischen Lebensführung oder vielleicht auch eine historische Wohnungseinrichtung.

00:04:13: Was bedeutet, dass wir hier auf die zentralen Bedürfnisse aber nur die Grundbedürfnisse uns reduzieren und einen ziemlichen Minimalismus an den Tag legen?

00:04:25: Genau!

00:04:25: Und so ist es generell mit diesen Gütern, die wir eigentlich anführen.

00:04:30: Wenn wir sagen ja was brauchen wir denn so zum Glücklichsein?

00:04:34: Gesundheit oder auch Ehre, Anerkennung also etwas da wäre ein Stoiker vorsichtig und sie würden sagen naja ob das wirklich zu deinem Glück auf Dauer beiträgt ich weiß es nicht.

00:04:48: Ich würde mich an deiner Stelle eher darauf fokussieren was du wirklich selbst im Griff hast.

00:04:54: vier Begriffe, die uns bei diesem stoischen Weg zum Glück begegnen.

00:05:00: Das wäre einmal die Autonomie, das ist die Unabhängigkeit von äußerem Zwang, die Apathie, die Leidenschaftslosigkeit, die Ataraxie, Die Unerschütterlichkeit und die Autarkie – die Selbstgenüksamkeit!

00:05:16: Das ist jetzt sozusagen ganz Allgemein gesprochen, ein Merkmal der historischen Philosophie.

00:05:21: Das trifft nicht nur Ballmark Aurel sozusagen auf diese Selbstbetrachtungen zu aber eben auch und in diese Selbst Betrachtung möchte ich jetzt mit dir einsteigen.

00:05:32: Schauen wir uns doch mal an was uns da entgegen kommt wenn wir den Staub von diesem Büchlein abpusten und versuchen diese Gedanken aufleben zu lassen.

00:05:46: Zum Einstieg habe ich mich für eine Stelle aus dem siebten Buch entschieden.

00:05:51: Macauré schreibt, bei einem vernünftigen Geschöpfe ist eine naturgemäße Handlungsweise immer auch eine Vernunft gemäße.

00:06:02: Man muss von selbst aufrecht stehen ohne erst aufrecht gehalten zu werden.

00:06:08: Wie bei einem vereinten Körper Ganzen, die einzelnen Glieder.

00:06:12: so verhalten sich trotz ihrer Trennung die einzelne Vernunft begabten Wesen zueinander.

00:06:18: Auch sie sind zum Zusammenwirken eingerichtet.

00:06:21: Diese Erwägung wird umso größeren Eindruck auf dich machen wenn du oft zu dir selbst sagst ich bin ein Glied der Gesamtheit von Vernunftwesen.

00:06:31: Sagst du aber, dass du es nur zum Teil bist?

00:06:34: So liebst du die Menschen noch nicht von Herzen.

00:06:37: So erfreut dich das Wohltunen noch nicht aus reiner Überzeugung!

00:06:41: Du übst es bloß als etwas was sich geziemt – nicht aber für dich selbst eine Wohlltat

00:06:47: ist.".

00:06:49: Diese Stelle habe ich ausgesucht weil wir sehen okay dieses wir setzen unser Leben in Kontext hat nicht nur diese ganz große Dimension von Natur, Welt vernunft sondern eben auch von einer sozialen Komponente.

00:07:08: Und das ist etwas was Stolisches Denken eben auch kennzeichnet und häufig nicht ganz so klar gesehen wird, was man manchmal den Historikern vorwirft ist.

00:07:19: Dass ihre Philosophie sozusagen in Kontrast steht zu politischem aktiven Engagement.

00:07:28: Weil wenn wir uns sozusagen in Apathie Leidenschaftslosigkeit üben und auf uns selbst konzentrieren dann so.

00:07:37: dieses Vorurteil könnte einem das einfach nichts bedeuten sich für eine Gemeinschaft einzusetzen.

00:07:44: Aber wie du an dieser Stelle eben erkennst, ist dem gar nicht so.

00:07:48: Marc-Aurel macht ganz klar dass wir als vernünftiges Geschäft miteinander verbunden sind mit anderen Vernünftigen Geschöpfen und das wir uns als ein solches Glied einer Gesamtheit verstehen – das hat glaube ich einen ersten Effekt dieser stoischen Philosophie.

00:08:10: Dadurch wird vielleicht einiges, was uns gerade so groß vorkommt.

00:08:15: So wichtig!

00:08:17: So ungerecht oder was auch immer, worüber wir uns aufregen und was uns aus der Ruhe bringt, dass wir sagen das wird dann vielleicht ein bisschen relativiert.

00:08:28: Auf der einen Seite dieses sich klarmachen ich bin ein Mensch sowie die anderen Menschen auch.

00:08:34: ich gebe eine Gesamtheit ab mit diesen Menschen.

00:08:39: Ich bemühe mich deswegen darum, um ein harmonisches Verhältnis zu

00:08:45: stabilisieren.".

00:08:47: Ich glaube das ist sozusagen schon ein Gedanke auf den man durch diese historische Philosophie kommen kann sich selbst nicht ganz so wichtigzunehmen in manchen Bereichen einfach um sich im diesem größeren Kontext zu situieren und zu sagen hey ich bin einer von vielen ist kein Problem, sondern das ist eine richtige Chance.

00:09:07: Er spricht ja von einer Metapher wie bei einem vereinten Körper ganzen die einzelnen Glieder.

00:09:14: so verhalten sich die vernünftigen Wesen zueinander.

00:09:19: also wir haben die Chance hier was großes gemeinsam aufzubauen dass es sozusagen eigentlich schon so.

00:09:25: ein erster Effekt der aus diesen Zeilen hervorgeht genau so aber eben auch dieses Einbetten in einen Werdensprozess.

00:09:35: Dafür habe ich eine andere Stelle dabei und zwar hüpfe ich jetzt ins fünfte Buch, da schreibt Marc-Aurel, denke oft daran wie schnell alles was ist und geschieht fortgerissen und entrückt wird!

00:09:49: Ist ja doch das Wesen der Dinge in einem steten Fluss und ihre Wirkungen sind einem unauffälligen Wechsel und deren Ursachen unzähligen Veränderungen unterworfen.

00:10:00: Fast nichts hat Bestand und uns nahe liegt jener gähnende Abgrund der Vergangenheit und Zukunft, in dem alles verschwindet.

00:10:08: Sollte also der nicht ein Tor sein, der auf diese Dinge stolz ist oder ihrretwegen sich quält oder darüber jammert als über etwas Beschwerliches was langwierig und nicht nur von kurzer Dauer ist?

00:10:21: Betrachtet die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist und das ganze Zeitmaß von dem nur ein kurzer und kleiner Abschnitt hier zugemessen ist.

00:10:31: Und das Schicksal, wofon das Deinige nur einen Bruchteil bildet?

00:10:36: Hier haben wir eine Stelle, die eindeutig zeigt dass wir uns nicht nur in einem ganzen Zusammenhang mit anderen Vernunftwesen befinden, sondern eben auch mit Wesen überhaupt in dieser Natur.

00:10:52: Wir sind ein Teil von diesen Naturprozessen und damit eben auch selbst ein Werden.

00:11:00: Ein Werden das entsteht, das vergeht dass von unterschiedlichen Momenten geprägt es auch, von unterschiedlich Qualitätszuständen.

00:11:11: Ich habe noch eine andere Stelle rausgesucht die das eindeutig zeigt ebenfalls aus dem fünften Buch.

00:11:20: ich bestehe aus einer wirkenden Kraft und einem körperlichen Stoffe.

00:11:24: Keines von beiden aber wird in nichts verschwinden so wenig als es aus Nichts entstanden ist.

00:11:31: Jeder Teil meines Wesens wird also durch Umwandlung in irgendeinen Teil der Welt versetzt und dieser wieder in einen anderen Teil derselben uns so ins unendliche Fort umgewandelt werden.

00:11:43: In Folge einer solchen Umwandlungen bin auch ich entstanden, ebenso meine Eltern und so rückwärts ins Unendliche Denn nichts hindert uns zu reden wenn auch der Weltlauf nach festen begrenzten Zeiträumen gelenkt wird.

00:11:59: Die Vernunft und die Kunst vernünftig zu leben sind Kräfte, die für sich selbst und ihre Wirkungen ausreichen.

00:12:06: Sie gehen von ihrem eigenen Prinzip aus und streben geraden Weges dem ihnen vorliegenden Ziele zu.

00:12:13: Daher heißen auch die in gemessen Handlungen gerade weil sie auf den geraden Weg hinweisen.

00:12:19: Diese beiden Stellen zeigen uns ein Grundverständnis dieser philosophischen Perspektive nämlich dass wir sowohl aus einem materiellen körperlichen Stoffe zusammengesetzt sind als lebendige Organismus und eben aus einer wirkenden Kraft, einem belebenden Prinzip – das wird auch häufig Seele genannt.

00:12:46: Das ist ebenfalls wieder so eine Möglichkeit der Relativierung, wenn wir unser Leben in den Kontext des Großen und Ganzen setzen dann merken wir okay wieder unsere körperliche Anteil noch unser seelischer Anteil kommen aus dem Nichts.

00:13:02: Sie gehen also auch nicht ins nichts sondern sie verändern sich.

00:13:07: das kann auf der einen Seite natürlich befremdlich sein das kann vielleicht auch Ja, vielleicht kann es sogar Ängste auslösen wenn man sich das so klar macht dass die eigene Existenz endlich ist und andere Gestalten annimmt.

00:13:20: Aber das kann eben auch einen Hoffnungszustand herbeiführen Sich klar zu machen Dass eben auch jeder Zustand nur ein momentaner ist Nur ein zeitlich begrenzter is Und dass es etwas gibt Etwas großes ganzes in das wir trotzdem eingepättet sind und bleiben.

00:13:40: Ich glaube, so stellt sich auch ein ganz starkes anderes Gefühl ein – Ein Aufgehobensein in dieser Welt.

00:13:49: Genau!

00:13:50: Wie man mit diesem Leben umgeht, so lässt sich ja eben die Philosophie von Marc-Aurel ins Hier und Heute bringen.

00:14:01: Die Frage wäre was können wir denn in diesen ganzen Großen?

00:14:05: dass aus so vielen Faktoren besteht, die wir uns selbst nicht ausgesucht haben tatsächlich selbst steuern.

00:14:13: Also diesen Weg den er da anspricht, den Versuch das Beste in uns zu aktivieren und das ist sozusagen dieses Vernunftsvermögen was wir haben vernünftig zu leben diese Quelle in uns zunutzen um aus dem Lebensweg einen geraden zu machen wie es das möglich Und da habe ich dir weitere Stelle rausgesucht.

00:14:37: Ich bleibe im fünften Buch, die Außendinge selbst berühren die Seele auf keinerlei Weise!

00:14:44: Sie haben keinen Zugang zu ihr und können die Seeele weder umstimmen noch irgendwie bewegen.

00:14:51: Sie erteilt sich vielmehr selber allein Stimmung und Bewegung – und nach Maßgabe der Urteile, die sie über ihre eigene Würde fällt, schätzt sie auch die äußeren Gegenstände höher oder niedriger?

00:15:06: Hier zeigt sich, dass Aurel davon ausgeht.

00:15:10: Dass diese Außendinge – die natürlich für unser Leben eine ganz zentrale Rolle spielen – also unsere bewegendes Prinzip nicht berühren.

00:15:20: Es braucht quasi einen Zwischenschritt und der Zwischerschritt ist zentral!

00:15:26: Denn den haben wir, so seine Überzeugung selbst in der Hand.

00:15:32: Das heißt ich kann nicht beeinflussen was mir in diesem Leben passiert ob Menschen mich ungerecht behandeln oder ob ich eine schlimme Krankheit bekomme oder ob mein Land in eine kriegerische Auseinandersetzung verwickelt wird oder wie zu Zeiten auch Reels von einer schlimmen solche heimgesucht wird.

00:15:52: all das!

00:15:53: sind Dinge, die sich meines direkten Einflusses entziehen.

00:15:57: Dennoch berühren sie die Seele nicht direkt, sondern das machen Sie über unsere Vorstellungen – über unsere Urteile!

00:16:07: Wie wir diese Situation bewerten, färbt die Wirkung des Außens auf unsere

00:16:16: Seele.".

00:16:17: Da komme ich jetzt zu der Perle unbedingt mit dir teilen möchte, die eben genau im fünften Buch steht und die ich sofort im Kopf hatte.

00:16:27: Ich zitiere nochmal Mark Aurel Nach der Beschaffenheit der Gegenstände, die du dir am häufigsten vorstellst wird sich auch deine Gesinnung richten Denn von den Gedanken nimmt die Seele ihre Farbe an.

00:16:43: Gib ihr also die Färbung durch eine Reihe von Vorstellungen in der Art wie wo man leben muss.

00:16:49: Da kann man auch glücklich leben Am Hof aber musst du leben, mithin kannst Du auch am Hof glücklich leben.

00:16:57: Ferner?

00:16:58: Der Grund warum jedes Ding gebildet ward ist auch der Zweck wozu es gebilded wart und darauf wird es hingetrieben.

00:17:05: Indem aber worauf es hingetrieben wird liegt auch sein höchstes Ziel.

00:17:12: Wo aber das höchste Ziel ist da ist auch das Wohl und das Gut eines jeglichen.

00:17:18: Das Wohl eines vernünftigen Wesens liegt in der menschlichen Gesellschaft.

00:17:23: Denn dass wir zur Geselligkeit geboren sind, ist längst schon erwiesen!

00:17:27: Oder liegt es nicht auf der Hand?

00:17:30: Dass die niederen Wesen um den Hören – die Hören aber eines und des anderen Willen da

00:17:34: sind?!

00:17:36: Die lebendigen Geschöpfe stehen höher als die leblosen und unter dem Besielten stehen die Vernünftige oben an.

00:17:42: Das worauf ich mich jetzt konzentrieren will, Hierarchie zwischen unterschiedlichen Geschöpfen, unterschiedlichen Wesensarten.

00:17:52: Sondern dass er hier uns eine Art Lenkrad in die Hand gibt!

00:17:58: Er sagt pass auf das was du tust verleiht dich zu Gedanken und diese Gedanken haben eine Wirkung und ein Effekt auf die Farbe deiner Seele.

00:18:14: Diese Formulierung hat einen ganz, ganz starken Effekt auf mich und ich bin jetzt selbst gerade in der Lebensmitte.

00:18:21: Hier wird ja auch manchmal Rush Hour des Lebens genannt und ich merke dass wir in dieser Lebensphase viele Dinge zu erledigen haben.

00:18:32: Auch im meiner philosophischen Praxis werde ich häufig damit konfrontiert das Personen sich in ihrem Leben plötzlich nicht mehr zu Hause fühlen Dass sie plötzlich das Gefühl haben, dass bin gar nicht mehr ich.

00:18:49: Das passt nicht!

00:18:51: Da ist eine Lehre, da ist vielleicht eine Stummfalt, eine Antriebslosigkeit ein großes großes Fragezeichen und es kann natürlich ganz unterschiedliche Ursachen haben.

00:19:04: aber worauf mich jetzt diese Stelle bei Aurel gebracht hat zu sagen Ich glaube wir machen ganz häufig diesen Fehler.

00:19:12: das wird denken Wir könnten eine bestimmte Tätigkeit ausüben, ohne dass diese Tätigkeiten etwas mit uns selbst macht.

00:19:21: Wir machen das halt!

00:19:22: Wir machen es über einen begrenzten Zeitraum und um Geld zu verdienen, um das Haus abzubezahlen, um die Familie zu ernähren... wir machen das weil es hat sich so ergeben Das hat ja nichts mit mir zu tun.

00:19:33: Und da würde Aurel jetzt sagen, pass auf Du kannst es so handhaben dass das Äußere deine Seele nicht tangiert.

00:19:43: Aber dazu musst Du auf Deine Gedanken, Deine Bewertungen und Deine Urteile achten!

00:19:50: Weil die Gedanken werden Deine Seele mit der Zeit färben.

00:19:56: Da kann man jetzt auch vielleicht zu Parallelen ziehen zur positiven Psychologie oder generell zum psychologischen Tipps zur Lebensführung dass man sagt, so wie wir an die Dinge herantreten.

00:20:10: So werden die Dinge auch von uns wahrgenommen.

00:20:14: Sehe ich jetzt eine Bedrohung sehe ich eine Chance.

00:20:18: manchmal ist es quasi auch beides zur gleichen Zeit.

00:20:22: aber was sich sozusagen sagen wollte ist wenn mir bei Aurel reinlesen dann können wir damit konfrontiert werden zu sagen Was habe ich eigentlich wirklich im Griff und wie kann ich auf mein eigenes Glück auch Einfluss nehmen?

00:20:37: Ich hab noch eine letzte Stelle aus dem fünften Buch für dich zum Abschluss.

00:20:42: Es liegt in deiner Macht, dass dein Leben glücklich dahin fließt – wenn du nur den rechten Weg folgen und auf diesem Urteilen und handeln willst!

00:20:51: Denn der Seele Gottes und des Menschen und überhaupt jedes vernünftigen Geschöpfes sind folgende zwei Eigenschaften gemeinsam Erstens, dass sie sich von nichts anderem hindern lässt.

00:21:03: Und zweitens, das ihr wohl auf einer gerechten Sinnes- und Handlungsweise beruht – und ihr Streben sich darauf beschränkt!

00:21:12: Wenn dies oder jenes weder durch eine Schlechtigkeit von mir noch durch eine Wirkung meiner Schlechterkeit geschieht und auch das Gemeinwesen davon keinen Schaden leidet, warum bin ich darüber unruhig?

00:21:24: Und was könnte dann die Ordnung des Universums dabei

00:21:27: leiden?".

00:21:28: Lass dich nicht von deinen Einbildungen hinreißen.

00:21:31: Komm, anderen nach Vermögen und Verdienst zu Hilfe!

00:21:35: Doch wenn sie in gleichgültigen Dingen einen Verlust erlitten, so stelle dir darunter nicht zugleich einen wirklichen Nachteil vor – denn das Vorurteil ist ein Übel sondern wie jener Kreis der seinem Zöglinge einen Kreisel abforderte und dann weiterging wohlwissend dass es nur ein Kreisel sei, so verfaare du auch hier.

00:21:55: Wenn du aber vor dem Volk auf der Rednerbühne sprichst, Mensch vergisst Du was es damit auf sich hat?

00:22:02: Ja!

00:22:02: Aber darauf verwendet man eben doch so vielen Fleiß.

00:22:06: Musst Du also deshalb auch ein Tor werden?

00:22:09: Der Mensch wo auch immer verlassen kann an allen Orten glücklich sein.

00:22:14: Glücklich ist er, wer sich selbst ein glückliches Los bereitet hat.

00:22:19: Das glückliche Los besteht in guter Gemütsstimmung und in guten Neigungen und guten Handlungen.

00:22:26: Das waren jetzt noch ein paar Abschnitte aus dem Ende des fünften Buches, Leben führen zu können, also selbstbestimmt zu handeln.

00:22:57: Ein apathisches Leben zu führen.

00:22:59: das heißt nicht dass man jetzt sozusagen seine Gefühle und Leidenschaften komplett unterdrücken sollte sondern dass man eben sagt ich möchte nicht zum Spielball meiner Effekte werden sondern ich möchte das höchste in mir die Vernunft dazu nutzen auf diese so zu reagieren dass sich gut und gerade durch dieses Leben fahre.

00:23:20: Und eben ganz wichtig, die Ataraxia.

00:23:23: Die Ataraxisia das ist die Seelenruhe.

00:23:26: Dass ich es schaffe dass sich in mir eine Ruhe, eine Stabilität aufbaue, die dazu beiträgt auch wenn es um mich herum wirklich gewittert stürmt und turbulent wird Ich trotzdem ausgeglichen vernünftig entscheiden kann.

00:23:44: bei mir selbst bleibe Genau.

00:23:46: Daran erinnert uns Aurel, dass wir dazu Mittel haben das zu aktivieren.

00:23:51: Wichtig ist es, dass Wir uns nicht von unseren Einbildungen hinreißen lassen und dass wir wirklich unsere Vernunft zum Zugekommen lassen.

00:24:02: Dass wir unser Wissen einsetzen, unsere Möglichkeiten zu forschen, zu argumentieren sich zu überlegen.

00:24:08: was macht denn wirklich Sinn?

00:24:10: Was entspricht denn auch den Fakten die es dazu?

00:24:15: Was gibt es dafür Quellen, an die ich mich wenden kann?

00:24:18: Und eben was auch sich wieder zeigt ist dass wir zum Glücklichsein wohl einfach auch die anderen um uns herum brauchen und das es eine ganz starke Quelle sein kann für unser eigenes Glück den anderen zu helfen.

00:24:32: Das ist der Ausflug, den ich jetzt mit dir zu Marc Aurel in die römische Antike machen wollte uns daran zu erinnern, was ist denn eigentlich wichtig?

00:24:42: Was kann denn mich auf einen geraden Weg führen.

00:24:46: Was brauche ich um hier gut und sicher durch das Leben mit all seinen Facetten Tiefpunkten, Höhepunkte zukommen und ein Gefühl dabei zu haben dass es ein gutes Leben ist und sich lohnt?

00:25:03: Ich hoffe, bei der Folge war ein bisschen Inspiration für dich dabei und wenn du sagst das macht mir Spaß.

00:25:10: Vielen Dank für diese Anregungen.

00:25:12: dann freue ich mich!

00:25:14: Wenn du den Podcast weiter empfiehlst oder mir einen Like gibst, oder eine Bewertung bei Spotify darlässt.

00:25:22: Das ist für mich ein wichtiges Zeichen wenn ich jetzt sozusagen diese ganzen Gedanken in die große weite Welt des Internets hinaus schicke dass da draußen auch Leute sind die ich damit erreiche und das es für diesen Menschen auch ein Mehrwert gibt.

00:25:40: Gener!

00:25:40: Das freut mich und ansonsten wünsche ich dir viel Freude beim Philosophieren.

00:25:44: Und vielleicht hast du ja Lust bekommen, auch in die Selbstbetrachtungen von Marc Aurel reinzulesen!

00:25:50: Alles Gute!

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