Warum über Gefühle philosophieren?
Shownotes
Wenn du mit mir Kontakt aufnehmen möchtest, hier geht es zu meiner Homepage. Und hier kommen die Quellen, aus denen ich zitiert habe:
- Professorin Imke von Maur im Interview mit Christian Klenk in Hinsicht auf die internationale Tagung der European Philosophical Society for the Study of Emotions 2026
- Eva Weber-Guskar: "Die Klarheit der Gefühle" (2009)
- Heidemarie Bennent-Vahle: "Mit Gefühl denken" (2013)
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Gedankenlauschen, dem Podcast der Philosophie Hörbemacht.
00:00:18: Mein Name ist Dr.
00:00:19: Sandra Eleonoriost.
00:00:21: Ich bin promovierte Philosophen- und psychologische Beraterin.
00:00:26: Wenn Du Lust hast mit mir eine Gedankenreise zu unternehmen bist du hier genau richtig.
00:00:31: Und die Frage über die ich heute nachdenken möchte ist Warum über Gefühle philosophieren?
00:00:39: Ich habe im September eine Sommerakademie zu eben diesem Thema Emotionen in der Philosophie gegeben und mich angefangen, in dieses Thema einzufuchsen.
00:00:53: Und ich muss sagen es gehört zu den Themen die mich so richtig gepackt haben!
00:01:08: Interessant!
00:01:08: Nun ja, wenn wir ganz von vorne anfangen.
00:01:12: Überleg mal wie war dein letzter Tag?
00:01:16: Rekapitulier vor deinem geistigen Auge.
00:01:19: Ich glaube wir finden schnell heraus dass Emotionen unser Erleben prägen und das wir nie gar keine Emotion haben.
00:01:34: Also das quasi eine Emotionsbefreite Wahrnehmung der Welt um uns herum nicht möglich ist.
00:01:45: Irgendwie sind Emotionen so eine Art Wetter, egal wann wir aus dem Fenster schauen es wird immer ein Wetter geben das etwas Einfluss nimmt auf das was wir sehen.
00:01:59: Manchmal ist uns dieses Wetter bewusst ja?
00:02:02: Wir sehen den grauen Himmel und denken Jetzt ist es grau und matsch, und es ist früh.
00:02:09: Und ich will nicht
00:02:09: raus.".
00:02:10: Manchmal fällt uns das Wetter nicht auf!
00:02:13: Aber da ist es immer.
00:02:15: Ich denke so verhält es sich eben auch mit unseren Emotionen.
00:02:33: Sie seien plötzlich all ihrer Gefühle entkleidet, die ihre gegenwärtige Welt in ihnen auslöst.
00:02:43: Und versuchen sie sich vorzustellen wie diese Welt nun ganz für sich alleine existiert ohne Ihre positive oder negative zuversichtliche oder besorgte Deutung.
00:02:57: Es wird Ihnen kaum möglich sein sich einen derartigen Zustand von Negativität realistisch vorzustellt.
00:03:04: Kein Teil des Universums wäre dann wichtiger als ein anderer.
00:03:09: Und die ganze Ansammlung seiner Dinge und die gesamte Folge seiner Ereignisse, wäre ohne Bedeutung, ohne Eigenheit, Ausdruck oder
00:03:19: Perspektive.".
00:03:21: William James wurde im Jahr eighteen zweiundvierzig geboren und hat vor allen Dingen die Psychologie mit auf den Weg gebracht.
00:03:30: Er war in den Jahren eighteen-sechsohn-siebzig bis neunzehntundhundertsieben Professor für Psychologie und Philosophie an der Harvard University.
00:03:38: Und er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Psychologie in den USA.
00:03:43: Was er uns jetzt hier vorschlägt, ist ein Gedankenexperiment!
00:03:48: Wir können das alle mal ausprobieren.
00:03:51: Frag dich – Ist es dir möglich wirklich ohne Gefühle auf die Welt?
00:04:00: zu schauen, ohne irgendeine positive oder negative Deutung die unser persönliches Gefühl veranlasst.
00:04:14: Würden wir so einen Zustand einnehmen können?
00:04:17: So James dann wäre auch alles was es in diesem Universum gibt vom gleichen Rang an Bedeutung.
00:04:28: da wäre nicht das eine wichtiger als das andere.
00:04:33: Gelingt es uns, uns überhaupt vorzustellen wie das ist oder wie es wäre wenn wir dazu in der Lage wären?
00:04:44: Ich bin mir nicht sicher.
00:04:46: Ich glaube ich kann mir das vielleicht für Momente vorstellen aber spätestens wenn ich tiefer in meine Perspektive eintauche merke ich dass geht nicht.
00:04:58: Also ohne Wertungen, das funktioniert nicht.
00:05:00: Ohne Gefühl kann ich nicht auf die Welt schauen!
00:05:04: Das eine bedeutet mir mehr, das andere bedeutet mir weniger.
00:05:08: Manche Menschen sind mir sympathischer.
00:05:11: Ich bevorzuge gewisse Dinge.
00:05:14: Es gibt Situationen, die lösen einen Wohlgefühl in mir aus.
00:05:18: es gibt Situation Die lösen Anspannung in mir Aus und es gibt auch Situationen muss ich wirklich sofort gehen, weil ich mich überhaupt nicht mehr wohlfühle.
00:05:29: Und das liegt natürlich an den Gefühlen die diese Situation in uns auslösen.
00:05:36: Also, was wir festhalten können für das Thema Gefühle und Philosophie ist dass Emotionen unser Erleben prägen.
00:05:44: Dazu gibt es auch Studien die wirklich eindrücklich sind!
00:05:47: Es gibt eine Studie, die kommt von Oatly & Duncan aus dem Jahr nineteen vier neunzig und das ist eine sogenannte Tagebuchstudie.
00:05:55: da haben Erwachsene jeweils einmal am Tag ein Fazit gezogen und berichtet über emotionale Erlebnisse.
00:06:04: Und wenn wir diese Tagebuchstudie uns anschauen, dann fällt auf dass pro Tag mindestens ein emotionales Erlebnis bei den Teilnehmenden dabei war das von körperlichen Symptomen begleitet war.
00:06:18: Dreiunddreißig Prozent berichteten emotionale Erlebnisse wären länger als dreißig Minuten.
00:06:27: Wow!
00:06:27: Also Wir haben auf jeden Fall jeden Tag unterschiedlichste Emotionen Aber dass da sogar pro Tag eines dabei war, was von körperlichen Symptomen begleitet ist, spricht ja auch für eine große Stärke.
00:06:43: für diese Emotion körperliche Begleiterscheinungen, woran können wir da denken?
00:06:49: Also wenn ich aufgeregt bin zum Beispiel dieses dass wir schwitzige Hände bekommen.
00:06:55: Dass wenn ich mir Sorgen mache oder traurig bin dann merke ich das in der Magen gegend!
00:07:01: Wenn man aufgereght ist hat man einen schnelleren Herz stark.
00:07:05: also etwas wären körperlichen Begleiterscheinungen von unseren Emotionen und Einen Drittel der Teilnehmenden berichteten, dass ihre emotionalen Erlebnisse länger als dreißig Minuten andauerten.
00:07:22: Das ist quasi mehr als ein kurzer Effekt eine kurze Reaktion auf irgendetwas sondern ein Gefühl das sich über uns drüber stülpt und unsere Perspektive auf die Welt dann eben auch für einen gewissen Zeitraum färbt.
00:07:38: könnten wir sagen ja Wenn ich eh schon beim Färben bin, vielleicht kennst du das auch.
00:07:44: Das Rad der Emotionen von Robert Platschik ebenfalls ein Psychologe, der sich mit Emotion beschäftigt hat eine Emotionstheorie hinterlassen hat.
00:07:57: Das kannst du auch gerne einfach mal googeln, das Rad der emotionen und da sehen wir unterschiedliche Farbende drauf.
00:08:04: er hat nämlich den Versuch unternommen Unsere verschiedenen Emotionen zu sortieren und hat acht Kernemotionen ausfindig gemacht, Furcht, Ärger, Freude Traurigkeit Vertrauen Ekel Erwarten Und Überraschung.
00:08:24: Und er ist vielleicht auch ein spannender Autor für diejenigen, die sich fragen Warum haben wir denn eigentlich Emotion?
00:08:35: Warum sind die uns mitgegeben worden?
00:08:37: Was ist die Funktion von
00:08:38: Emotionen?".
00:08:40: Und da würde er sagen, ja, Emotionen, die helfen uns dabei auf die Umwelt zu reagieren und uns auf die Umwelt einzustellen.
00:08:50: Also zum Beispiel eben die Furcht, die ich genannt habe, die würde uns dabei helfen dass wir uns in gewissen Situationen schützen.
00:09:00: Das ist etwas worüber man in der Psychologie sich auch relativ einig ist.
00:09:04: Das findest du zum Beispiel, wenn du in das Philosophilexicon den Dorsch rein schaust und dir einen Überblick über die Funktionen von Emotionen verschaffen möchtest.
00:09:15: Warum jetzt Emotionen nicht nur in der Psychologie eine Rolle spielen sondern eben auch in der Philosophie?
00:09:23: Das ist etwas.
00:09:25: da hat erst in diesem Jahr die Professorin Imke von Mauer sie is an der katholischen Universität Eichstedt ein Interview dazu gegeben.
00:09:36: Warum hat sie das gemacht?
00:09:38: Weil Sie an Ihrer Uni, also an der katholischen Universität Eichstätt, die internationale Tagung der European Philosophical Society for the Study of Emotions veranstaltet hat.
00:09:52: Daran können wir erkennen, okay, Emotionen – die Erforschung von Emotionen ist etwas Das von Interesse ist, und zwar von internationalem Interesse auch vom transdisziplinären Interesse.
00:10:06: Also wir nähern uns aus unterschiedlichen Disziplinen Und in diesem Interview ist sie eben auch gefragt worden Was macht denn jetzt eigentlich die Philosophie bei diesen Erforschen von Emotionen?
00:10:21: also Sie werden ja eben in unterschiedlichen disziplin erforscht In der Psychologie den Neurowissenschaften oder auch der Soziologie.
00:10:29: Was kann die Philosophie hierzu jetzt auf besondere Weise beitragen?
00:10:34: Ich zitiere Ihre Antwort.
00:10:57: Das ist weniger eine Ergänzung zu den anderen Disziplinen als eine Befragung ihrer Grundlagen.
00:11:04: Okay, das wäre jetzt eine Antwort die man geben kann was es die Aufgabe der Philosophie für die Grundlagen zu klären.
00:11:16: Dazu gehört auch die Begriffsarbeit und die Zusammenhänge, also nicht nur die Frage wie funktionieren Emotionen sondern auch zu klaren was verstehen wir eigentlich unter einer Emotion?
00:11:30: Wie können wir Emotion definieren?
00:11:34: und das ist etwas, was mich besonders interessiert!
00:11:43: Denn das, womit wir in der Philosophie arbeiten ist ja vor allen Dingen Rationalität.
00:11:49: Und ich würde sagen auch in den philosophischen Cafés, in denen ich diese Frage aufgeworfen habe war die erste Reaktion so ein bisschen was hat denn jetzt die Philosophien mit Emotionen zu tun?
00:12:00: Eigentlich wollen wir doch genau das Gegenteil in der Philosophy!
00:12:04: Wir wollen doch mit unserem Verstand unserer Vernunft ganz rational begründen was uns zu einer bestimmten Annahme bringt, was uns überzeugender erscheint, was weniger plausibel ist und so weiter und sofort.
00:12:19: Steht das nicht in hohem Kontrast zu dem, was wir mit Gefühlen in Verbindung bringen?
00:12:25: Genau diese Frage wurde auch der Professorin von Mauer gestellt Und ich finde es hervorragend wie sie darauf geantwortet hat.
00:12:35: Sie wurde nämlich gefragt dass Emotionen häufig als Gegenstück zur Rationalität verstanden werden, als etwas was unsere Urteile eher verzehrt als erhält.
00:12:46: Und ob denn diese Gegenüberstellung aus ihrer oder aus philosophischer Sicht zu einfach sei?
00:12:53: Ich zitiere Ihre Antwort Sie ist nicht so einfach sondern falsch!
00:12:58: Wenn wir eine Handlung, eine Überzeugung oder eine Emotion als rational bezeichnen legen wir damit ein normatives Kriterium an dass selbst begründungspflichtig ist.
00:13:09: Rationalität ist kein objektiver Maßstab, den man einfach abliest sondern das Ergebnis einer Praxis des Begründens.
00:13:19: Racionalität meint die Fähigkeit Gründungen zu entwickeln ihnen zu folgen und sie zu hinterfragen.
00:13:27: Rational ist also was sich als wohlbegründet erweisen lässt und das betrifft Überzeugungen und Wahrnehmungen ebenso wie Emotionen.
00:13:37: Keine davon ist von vornherein privilegiert.
00:13:40: Alle müssen sich gleichermaßen
00:13:41: rechtfertigen.".
00:13:43: So die Antwort auf die Frage, ob Emotionen ein Gegenstück zur Rationalität sein von der Professorin Imke von Mauer?
00:13:53: Das ist doch spannend!
00:13:55: Wie oft tun wir in unserem Alltag so als sei Rationalitäten etwas was wir objektiv ablesen könnten?
00:14:02: ja das ist doch nicht rational.
00:14:04: sagen wir dann oder Das ist komplett irrational, als könnte man auf einem Barometer das einfach ablesen.
00:14:14: Und hier kommen wir in einen Bereich der liegt quasi unter Null – das ist dann irrational!
00:14:20: Was bedeutet denn Rationalität eigentlich?
00:14:23: Das heißt dass wir für etwas Gründe finden.
00:14:27: Es ist eine Praxis des Begründens und insofern is rationalität nicht nur erforderlich um zu begründen, warum wir eine bestimmte Überzeugung haben.
00:14:39: Also das wäre jetzt zum Beispiel gerade in politischen Debatten extrem wichtig.
00:14:44: Warum sind wir davon überzeugt dass das Argument von einem Abgeordneten besser ist als das von einem anderen?
00:14:52: Warum sind mir davon überzeugend dass der Vorschlag für eine Gemeinde – das es wo wir eben auch sagen das löst wirklich die Problematik in der Fußgängerzone Und warum finden wir das andere eben überhaupt keinen guten Vorschlag?
00:15:10: Da müssen wir darüber diskutieren und da müssen wir sagen, diese Überzeugung ist ja null-und nichtig.
00:15:17: Wenn wir nicht in der Lage sind dafür auch Gründe anzuführen also in die Praxis des Begründens zu gehen.
00:15:23: genauso mit Wahrnehmungen wenn wir sagen ich weiß es nicht hier dass is ein großer Tisch Ja wie kommen wir denn dazu dass das jetzt ein großer Tisch ist oder, dass das ein schönes Zuhause sei.
00:15:40: Das müssen wir begründen können!
00:15:43: Wenn wir unsere Wahrnehmungen nicht begrünten können dann können wir uns auch nichts sicher sein ob sie wirklich rational sind oder was da eigentlich in uns zu dieser Wahrnehnung gekommen ist.
00:15:55: und genau so sei es eben auch mit Emotionen die fühlen wir.
00:16:01: Wir fühlen uns traurig Wir fühlen uns besorgt.
00:16:05: Also müssen wir uns fragen, ist das rational?
00:16:09: Wie lassen sich Gefühle begründen?
00:16:12: und jetzt bist du mit mir an der Stelle angekommen die ich eben tatsächlich spannend finde und da bin ich noch am Anfang des Nachdenkens und noch lange nicht fertig.
00:16:23: Ich habe ein Buch gefunden Eva Weber-Guska, eine zeitgenössische Philosophin die sich eben genau auf Emotionen spezialisiert hat.
00:16:34: Dieses Buch heißt Die Klarheit der Gefühle und es ist eine Promotionsschrift.
00:16:39: Es ist eine tolle Promotion schrift.
00:16:42: Es ist wirklich ein ganz hervorragendes Buch, also auch gerade falls du in der Philosophie selbst bist und vielleicht im Studium dich befindest und sagst ich möchte auch eine Promotion schreiben.
00:16:53: Das ist durchaus eine!
00:16:55: Da würde ich sagen da kann man sich was abschauen.
00:16:57: Das sage ich in voller Überzeugung, denn ich habe ja auch promoviert und musste mich damals umschauen.
00:17:04: Wie macht man so etwas eigentlich?
00:17:05: Wie kann man da eine Forschungslücke überhaupt finden?
00:17:09: Wie gelingt es einen Forschungsstand zu skizzieren usw.
00:17:14: Und sofort!
00:17:16: solche und solche Promotionsschriften, solche und solche akademische Schriften.
00:17:21: Und ich glaube es ist schon auch ein separaten Blick wert mal zu gucken wie wurde das eigentlich handwerklich gemacht?
00:17:27: Ich finde dass es echt etwas wo man sich was abschauen kann in der Einleitung da gibt sie eben auch schon einen Ausblick auf den Forschungsstand die Emotionen die sie beschäftigt und ich möchte da ein kurzes Zitat bringen.
00:17:42: Um nineteenhundert setzt im Zuge der Psychoanalyse und vor allem in der phänomenologischen Philosophie eine erste Renaissance ein.
00:17:51: Eine zweite ist gegenwärtig seit den neunzehnachtzigern und neunzigern zu konstatieren.
00:17:56: Diese neue Aufmerksamkeit bezüglich der Gefühle in der Philosophies hat ihren Grund nicht zuletzt darin, dass Gefühlen in der heute wieder verstärkt geförderten Interdisziplinarität besonders geeignete und ergebnisversprechende Untersuchungsobjekte
00:18:11: sind.".
00:18:12: Vor allem wird den Gefühlen auch immer mehr Bedeutung zugemessen, was die Frage nach einem angemessenen Menschen bzw.
00:18:19: Personenverständnis ausmacht.
00:18:21: Von der Vorstellung des Menschen als eines Animal-Rationale ist eine Tendenz zum animalemotionalen zu registrieren.
00:18:32: So Eva Weber-Guska in ihrem Buch Die Klarheit Der Gefühle.
00:18:38: Das was wir jetzt hier herausfinden können, wenn wir quasi mit ihr einen Blick in die Forschung werfen ist.
00:18:44: Dass es seitens der Philosophie eine wachsende Aufmerksamkeit für die Gefühle gegeben hat und zwar dass sie vor allen Dingen eben in den Achtzigern und Neunzigerjahren zugenommen hat.
00:18:59: Hier wird natürlich zugespitzt.
00:19:01: Animal-Rationale ist eine klassische Definition des Menschen, die wir in der Philosopie finden können.
00:19:08: das Tier und rational mit Vernunft begabt oder vernünftig, wird hier zum animalemotional also zu einem fühlenden Tier.
00:19:20: Jetzt kannst du dich ja selbst mal fragen – warum hat gerade in dieser Zeit das Interesse an den Gefühlen seitens der Philosophie zugenommen?
00:19:31: Ich habe die Frage auch in meinen Gesprächskreisen gestellt.
00:19:34: Ich hab ganz unterschiedliche Antworten darauf generieren können oder bekommen können, ich finde die Frage spannend!
00:19:42: Ich möchte sie auch gar nicht beantworten aber ich glaube dass wir sowohl im privaten Bereich auf Gründe aufmerksam werden wo wir sagen hey da spielen Emotionen und Gefühle eine echt starke lebensgestalterische Rolle Und wir haben vor allen Dingen auch ein wesentlich ausgeprägteres Bewusstsein für diesen Zusammenhang aufgrund unserer psychologischen Sensibilisierung, aber eben auch im politischen Bereich.
00:20:10: Wo wir sagen können ganz ehrlich, wem gelingt es denn da jetzt gerade zu überzeugen und auf welche Art und Weise?
00:20:19: Ich glaube das ist seltener überhaupt noch zu dieser Praxis des Begründens kommt sondern dass eher uns auf Gefühle verlassen.
00:20:29: Also ich weiß nicht, ob du auch schon damit in Berührung gekommen bist?
00:20:33: Ich gebe auch Nachhilfe und deswegen habe ich mit sehr jungen Menschen zu tun und das ist für mich echt toll.
00:20:40: also auf der einen Seite merke ich natürlich dass ich richtig alt geworden bin weil die Sprache sich weiterentwickelt hat.
00:20:47: Auf der anderen Seite es eine tolle Gelegenheit nicht den Anschluss zu verlieren und da wird ganz häufig diese Verwendung benutzt.
00:20:55: ja ich fühls Meine Generation spricht von gefühlt.
00:21:00: Gefühlt ist das so und so, und dass es natürlich etwas da lohnt es sich schon drüber nachzudenken.
00:21:06: was wird damit eigentlich zum Ausdruck gebracht?
00:21:09: Dass wir das davor schieben.
00:21:10: Gefühlt ist es so undso Das bedeutet ja irgendwie naja also ich habe den Eindruck das ist so.
00:21:17: Ich kann jetzt aber nicht wirklich das gut begründen.
00:21:21: Kommst du mit mir trotzdem mit fühlst du das auch?
00:21:25: Also, da scheint auf jeden Fall so eine neue Art des Zugangs sich zu etablieren.
00:21:32: Sich über die Welt, über sich selbst vergewissern und austauschen zu können.
00:21:38: Und natürlich ist das Gefühl im politischen Bereich extrem interessant wenn es darum geht zu überzeugen.
00:21:45: Schenke ich jemand in meine Stimme im politischem Bereich weil er mich auf einer Gefühlebene überzeugt hat?
00:21:52: Weil er mich da abgeholt?
00:21:54: Oder gibt es einen sachlichen Grund, gibt es ein Argument dafür?
00:21:59: Ich glaube dass man diesen Zusammenhang sich gar nicht stark genug in den Kopf rufen kann.
00:22:04: Ja und zurück zu Eva Weber-Guska was finden wir in diesem Buch?
00:22:08: In diesem Buch geht es darum wie wir eigentlich unsere Gefühle verstehen können.
00:22:13: und wenn wir jetzt sagen Warum über Gefühle philosophieren, meine Ausgangsfrage für diesen kleinen Gedankenspaziergang?
00:22:21: Dann ist es ja so dass wir uns schon sagen können wir überhaupt Gefühlen verstehen.
00:22:27: Und da gibt's ein Beispiel das in dem Buch eben gebracht wird und das finde ich so eindeutig dass sich gerne mit detaillen möchte.
00:22:36: Ich zitiere noch mal kurz Eva Weber-Guska Mit Sinnesorganen können wir verschiedentlich empfinden.
00:22:44: Ich taste zum Beispiel die rauere Rinde mit den Fingern.
00:22:48: Unseren Körper können wir spüren, ich spüre mein Herz pochen.
00:22:54: aber was fühlen wir?
00:22:56: Fühle ich einfach nur trauer oder fühle ich dass eine Person gestorben ist?
00:23:03: Nach der Diskussion kann man jetzt sagen in der Trauer fühle sich den Verlust einer Person.
00:23:10: Das war jetzt nochmal ein Zitat von Eva Webakuska.
00:23:14: Sie macht hier einen Vorschlag und den finde ich interessant, dass wir sagen Gefühle haben vielleicht nochmal eine besondere Qualität der Weltwahrnehmung.
00:23:29: Sie geben Auskunft über etwas das ich nicht körperlich spüren kann wie zum Beispiel jetzt gerade die Unterlage meines Sitzes spüre dass ich nicht einem bestimmten Sinnesorgan wahrnehmen kann, sondern das sich eben fühlen kann.
00:23:53: Und dieses Fühlen hat aber auch eine Nachricht über die Welt parat!
00:24:00: So ist es zum Beispiel wenn wir Verlusterfahrungen machen also wenn wir von einer geliebten Person Abschied nehmen dann sind wir traurig.
00:24:11: Und diese Traurigkeit, das ist das was sie jetzt hier in dem Beispiel vorschlägt.
00:24:18: Das kann ich als Reaktion auf dieses Ereignis fühlen oder nicht?
00:24:25: Wenn ich es fühle dann steckt da drin eine Information über die Welt für mich nämlich dass diese Person für mich von großer Bedeutung war.
00:24:35: wenn ich es nicht fühle sagt es mir eben, dass ich einen Abstand dazu hatte, das sich diese Person nicht bekannt habe.
00:24:46: Dass sie ihn nicht besonders nah war und da sehen wir eben auch die Subjektivität der Gefühle.
00:24:53: also gefühle zu verstehen bedeutet sich auf einen weiteren Zugang zur Welt einzulassen.
00:25:03: wenn wir zudem den Versuch machen, über sie zu philosophieren.
00:25:07: Dann würde ich nochmal auf die Professorin Mauer zurückgehen und eben sagen dann haben wir auch den Versuchs zur Hand dieses Fühlen in eine Praxis des Begründens einzubeziehen.
00:25:24: Und uns eben zu fragen welche dieser Gefühle sind denn jetzt eigentlich gut begründet?
00:25:30: oder was sagen sie uns eigentlich über uns selbst und über die Welt?
00:25:34: Und welche Gefühle sind vielleicht für mich gar nicht wünschenswert.
00:25:43: Das sind dann natürlich Informationen, die können uns an uns selbst arbeiten lassen.
00:25:48: Wie du weißt ich bin auch psychologische Beraterin.
00:25:51: Ich habe eine eigene philosophische Praxis in Sternberg.
00:25:55: das bedeutet arbeite in Gesprächen mit Personen daran, sich selbst Klarheit zu verschaffen.
00:26:04: Das Philosophieren wirklich für die Lebensgestaltung einsetzen zu können.
00:26:08: und da bin ich nicht alleine.
00:26:09: es gibt einige philosophische Praktikerinnen, philosophische praktiker, die genau das machen, dass Philosophier ins Leben bringen.
00:26:17: und da gibt es ein weiteres Buch auf das ich dich aufmerksam machen möchte, das ist von Heide Marie Benentwale Denken, Einblicke in die Philosophie der Emotionen.
00:26:31: Sie ist ebenfalls philosophische Praktikerin?
00:26:33: In diesem Buch.
00:26:35: da macht sie uns darauf aufmerksam dass die Voraussetzung dafür das wir überhaupt glücksfähige Wesen sind in unserem Denken zu verorten.
00:26:47: Da habe ich ein Zitat, was sich gerne vorlesen möchte.
00:26:51: Da bekommst du auch einen Einblick in dieses Buch.
00:26:54: vielleicht ist es ja eine Lektüre für dich die du dir zur Hand nehmen möchtest um weiter eben über dieses Thema Philosophie und über Gefühle nachzudenken jeder Anregungen zu holen.
00:27:07: Ich zitiere Heide Marie Benentwahl Bildet das unredozierte Leben den Ausgangspunkt des Philosophiens, so muss die Haltung einer einseitigen Vernunft überwunden werden, die das denkende Subjekt ausschließlich als Träger von Rationalität begreift.
00:27:26: Schon die Lebensphilosofie Wilhelm Dilltays wies darauf hin, dass der Philosophierende keinen Standort einzunehmen vermag, der allgemein gültig und voraussetzungslos wäre!
00:27:38: Immer schon ist das Menschliche Erleben in ein erfahrungsgesättigtes Vorverständnis eingelassen, von dem niemand sich grundsätzlich los sagen kann.
00:27:47: Erst indem jemand im Verlauf seines Lebens nachdenkend alle Lebensäußerungen – Gefühle, Gedanken, Handlungen sowie deren Wirkung auf andere kontinuierlich betrachtet und frei mütig erkundet wird er über sich selbst belehrt.
00:28:09: fortgesetzt, was er jeweils schon mitbringt und kann auf diese Weise in einen unablässigen Prozess der Selbstbesinnung eintreten.
00:28:18: Es geht also darum das Philosophieren auf die volle unverstimmelte Lebenserfahrung hin zu öffnen.
00:28:25: Trotzdem objektive Selbsterkenntnis verwehrt bleiben muss lässt sich im Zuge einer aufmerksamen Wahrnehmung nicht nur der inneren Zustände sondern auch aller nach außen hin manifestierten Lebensäußerungen Ein tieferes Verstehen erreichen, so dass man im eigenen Leben näher kommen und auf ein Einverständnis das ich mit sich selbst hinwirken kann.
00:28:50: Das war jetzt ein kleines Zitat aus Heide Marie Benentwahl mit Gefühldenken Und was sie hier vorschlägt ist eigentlich für mich genau die Einladung über seine Gefühle und nicht nur über diese sondern eigentlich bisweilen über alles, was wir so in unserem Leben machen bewusst nachzudenken.
00:29:14: Dass es sich nicht um einen Kontrast handelt zwischen der philosophischen Lebensweise, der kontemplativen Betrachtung die man zurückgezogen unternimmt bei der man sich sozusagen abstrahieren muss, Abstand braucht und einem vollen Leben das man auskosten kann Nein, sondern wir haben genau dieses volle Leben und unser Philosophieren wird umso reicher und interessanter wenn genau dieses unreduzierte Leben den Ausgangspunkt für unseren Nachdenken bildet.
00:29:49: Und zu diesem unreduzierten Leben gehören Nebengedanken Handlungen und unserer Wirkung auf andere eben auch Gefühle dazu.
00:29:59: Gefühlen sind damit ein Mittel dass uns näher zu uns selbst bringen kann, wenn wir bewusst uns ihnen widmen und mit ihnen auseinandersetzen.
00:30:11: Ich hoffe das diese kleine Gedankenreise dich neugierig gemacht hat mindestens auf zweierlei zum einen auf das Philosophieren über Gefühle also das was jetzt tatsächlich die Philosophie aktuell zu bieten hat und zum anderen auf deine eigenen Gefühlen und was sie über dich verraten können, wenn du dich bewusst mit ihnen auseinandersetzt.
00:30:36: Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Weiter- und Nachdenken bei deinem Philosophien!
00:30:43: Und wenn dir dieser Podcast gefällt, dann gib mir doch bitte ein Zeichen.
00:30:49: Lass mir einen Like da oder empfiehls deinen Freundinnen, deinen Bekannten damit du dich darüber austauschen kannst.
00:30:56: Das hilft auch mir und hinterlässt bei mir ein gutes Gefühl, denn ich schicke hier ja auch nur meine Gedanken ins große weite Internet.
00:31:06: Und weiß nicht, hilft es jemanden?
00:31:09: Findet es jemand interessant?
00:31:11: Soll ich das
00:31:11: weitermachen?".
00:31:13: Also wenn du mir einen Zeichen gibst, wenn du dir sagst, dass ist etwas für dich bedeutet, dann freue ich mich – auch wenn du Anregungen oder Kritik zum Podcast hast!
00:31:23: Lass es mich gerne wissen.
00:31:25: Du findest den Link zu meiner Homepage, die ist auch einfach mein Name Sandra-Eleonore-Jost.de Und da kannst du einfach eine E-Mail schreiben wenn du möchtest.
00:31:38: Ganz viel Freude beim Philosophieren und bis zum nächsten Mal!
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